Der nächste Schritt & erste Male

7. Lektion

Der nächste Schritt & erste Male

 

Mache nur, worauf du selbst Lust entwickelst.

Pausiere oder unterbrich Prozesse, die dich überfordern oder die sich (plötzlich) nicht mehr richtig anfühlen.

Wisse eins: Du musst gar nichts.
Du schuldest niemandem irgendetwas, selbst, wenn
durch deine Handlungen Erwartungen aufgebaut wurden.
Deine Intimität, deine Körperlichkeit muss weder eine spezielle Form annehmen, noch muss auf einen Schritt der nächste folgen. Vielleicht ist weniger (noch) viel schöner und mehr zu viel.

Spüre, was jetzt gerade bei dir sein will und lasse dich nicht von den Erwartungen anderer treiben, auch wenn deine Präsenz oder deine Aktionen Lust bei ihnen wecken.
(Ihre Lust darf sein, solange sie deine Grenzen wahren.)

Wenn du dies sowie Lektion 1 und 6 verinnerlichst,
werden sich ungeahnte Welten von Genuss offenbaren.


Das erste Mal penetrativer Sex 
Überromantisierte Fantasien vom „perfekten ersten Mal“ würde ich fallen lassen. Es gibt effektive Verhütung, daher ist nicht die perfekte Liebe (/Partnerschaft) entscheidend, sondern ein vertrauensvolles Setting. Ob beim 1. oder 100. Mal Sex; mit einem fürsorglichen Partner, der deine Grenzen respektiert, und mit Achtsamkeit wird die Erfahrung etwas Schönes, und danach schaut man nicht ewig zurück, sondern auf das nächste Mal. Unnötiges Warten raubt einem nur schöne Erfahrungen. Am Ende ist das erste Mal genauso wichtig wie die anderen.

„Ich habe mir über mein erstes Mal viel zu viele Gedanken gemacht und später bereut, es nicht früher (als mit 18) gemacht zu haben.“ – Sie, 28

„Ehre deine Jungfräulichkeit einfach, indem du dein erstes Mal mit jemandem hast, der dich gern hat!“ – Sie, 32

Überstürzen sollte man es trotzdem nicht. Wenn man seine Grenzen nicht spürt und kommuniziert, ist Sex nie gut. Daher ist die Übung aus dem letzten Kapitel so wertvoll. Und solltest du feststellen, dass es dir schon zu schwer fällt, auch nur über solche Dinge zu reden oder euch nackt zu begegnen, dann bist du vielleicht einfach noch nicht bereit dafür. Auch das ist ok. Lass dir Zeit, komplett unabhängig davon, was andere tun.         

Kein:e Partner:in?         
Dann lies erstmal die Lektionen 10, 21-23 sowie den Teil am Ende Speziell für Singles (Lektionen 64 – 67). Der Abschnitt zum Thema „Körpersprache“ ist vermutlich für alle interessant.

 

Ob beim allerersten Mal, oder beim ersten Mal mit einem neuen Partner:
Tastet euch langsam an Körperlichkeit heran. Überstürze nichts und mache nur, worauf du selbst Lust oder wofür du zumindest Offenheit entwickelst.
Schafft zuerst Vertrauen. Die Bedeutung dieser Punkte ist kaum überschätzbar.          

Die Yoni macht nicht auf, wenn die Frau nicht entspannt ist oder dem Partner nicht vertraut. – M. 32    Über die Traumata, die sonst entstehen können, schreibe ich mehr in den Lektionen 56 und 57 – beim Thema „Heilender Sex“.

Offenheit ist die Voraussetzung dafür zu genießen. Lass dich nicht von Erwartungen, Zwängen oder den Wünschen deines Partners treiben. Und andersrum: Sprich gerne Einladungen aus, aber übe keinen (emotionalen) Druck auf deinen Partner aus. Nehmt euch Zeit, um miteinander Vertrauen zu entwickeln und wenn ihr intim werden wollt, für das Erkunden eurer Körper. Vielleicht heißt das auch erstmal nur zu kuscheln, sich zu spüren, sich zu streicheln. Wenn du beim anderen mehr Verlangen spürst, als du selbst befriedigen möchtest, sprich es an und gib dich nicht einem Pflichtgefühl hin.

Vielleicht habt ihr auch Lust, euch „nur“ auszuziehen und anzugucken und noch gar nicht zu berühren – vielleicht über die „4 tantrischen Übungen“ aus Lektion 43.  Kein Schritt muss einen weiteren zur Folge haben, selbst dann, wenn der letzte Schritt mehr Verlangen und Erwartungen beim anderen erzeugt hat. Das ist nicht deine Verantwortung. Du kannst deinem Partner jedoch durch offene Kommunikation entgegenkommen.

Wenn dein Partner nicht die geforderte Geduld und den Respekt für deine eigene Geschwindigkeit sowie das Verständnis für deinen eigenen Prozess aufbringt, gehe nicht weiter mit ihm oder ihr. Du darfst zu jedem Zeitpunkt Nein sagen und unabhängig von kreierten Erwartungen jeden Prozess abbrechen (oder darin ausruhen) – wie auch dein Partner. Nutze die Übung aus dem letzten Kapitel, um dies zu trainieren. Natürlich darf auch dein Partner Prozesse abbrechen, falls er es nicht schafft, sich in weniger zu entspannen, als er gerade will. Dies sollte nicht unbedingt als emotionaler Druck verstanden werden und auch wertgeschätzt werden.

Auch wenn ich grundsätzlich auf der Seite des „langsameren“ bin, („Sie“), muss sich natürlich die andere Person, („Er“), nicht auf diese Geschwindigkeit einlassen (können) und sollte, ohne dafür verurteilt zu werden, ebenfalls zurücktreten können. Innerliche Spannung oder die genannten blue balls können durchaus belasten und den Genuss von Langsamkeit schwer machen. Die Situation, die daraus entstehen kann, ist jedoch schwierig: Kann „Er“ keine Lust auf die Langsamkeit entwickeln, die „Sie“ benötigt, dann kommt ihr vielleicht einfach gerade nicht wertvoll zusammen. Auch dafür sollte Offenheit vorliegen. Vielleicht ist der Zustand auch nur temporär – und morgen schon ganz anders. (Vielleicht hilft „Ihm“ auch, vorher zu masturbieren.)   Womit ich jedenfalls vorsichtig wäre, ist damit Kompromisse einzugehen, auf die man selbst keine Lust entwickelt. Was helfen kann, sind alternative Wünsche. Gibt es einen Wunsch, den der oder die Schnellere hat, dessen Erfüllung „Ihm“ dabei helfen würde, auf die Bedürfnisse des Langsameren einzugehen?   

Wenn dein Partner nicht die Offenheit hat, um auf deine Vorschläge einzugehen, gib ihm oder ihr mehr Zeit oder reflektiere, ob ihr tatsächlich und zu diesem Zeitpunkt zusammenpasst – weitere Hinweise dazu findest du in den Lektionen 62 und 63. Wenn dein Partner selbst deine Grenzen nicht respektiert, trenne dich und frage vielleicht auch andere um Hilfe. Grenzüberschreitungen sollten weder akzeptiert noch toleriert werden – Grenzen aber auch proaktiv kommuniziert oder erfragt werden und der Umgang mit Grenzen geübt sein. Daher ist die letzte Lektion so unglaublich wichtig.

Über die Ungeduld der anderen
Ein sexuelles Verlangen ist vermutlich für Geduld ein Hindernis. Emotional „nicht erwachsene“ Menschen werden jetzt wahrscheinlich anfangen, die Strategien auszuprobieren, die ihnen in der Vergangenheit geholfen haben, ihren Willen durchzusetzen. Dazu kann Verhandeln gehören, emotionalen Druck erzeugen oder sich als Opfer darstellen. Lass dich davon nicht irritieren. Weise deine:n Partner:in liebevoll darauf hin, sowie auf deine und seine „Rechte“, sowie auf mögliche Konsequenzen, wenn diese nicht respektiert werden. Beispiel: „Ich kann nachvollziehen, dass du gerade ein starkes Verlangen spürst und versuchst, das zu befriedigen. Aber jeder sollte das Recht haben, eine Pause zu machen oder einen Schritt zurückzugehen. Wenn du das nicht respektierst, können wir uns nicht nah sein. Ich brauche gerade etwas Zeit und dein unrespektvolles Verhalten / dein Überzeugungs- versuch / deine vorgetäuschte Schwäche stört mich sehr.“ 
Mit einem unrespektvollen Partner kann gerade der Wunsch nach unverhütetem Sex in Überzeugungsversuche und emotionale Gewalt ausufern. Wird auf den eigenen Wunsch nach Verhütung mit Äußerungen reagiert, wie: „Ach komm schon.“ / „Hab dich nicht so.“ oder gar „Sei nicht so ein Angsthaste.“ / „Liebst du mich etwa nicht?“ würde ich Selbstliebe walten lassen, Intimität stoppen und einen Schritt zurück gehen. Für mich wären das klare Grenzüberschreitungen.

Ein Paar sollte offen für die Wünsche und Interessen des jeweils anderen sein und Lust haben, sich darauf einzulassen oder gemeinsam zu erkunden. Ein „Wunsch“ nach Verhütung sollte als klare Grenze verstanden werden und somit unbedingt respektiert werden. Mehr noch: Er sollte unterstützt werden. Gerade im Zustand sexueller Erregung mag die Grenze sich auflösen, doch diesen emotionalen Zustand auszunutzen, wäre übergriffig und würde zu Reue führen. Andere Grenzen mögen sich bei Erregung auflösen, doch diese rational wertvolle Grenze sollte nur bei klarem Verstand aufgelöst werden und dessen Auflösung vom Partner auch nur dann akzeptiert werden. Über das RBDSM Gespräch (übernächste Lektion) und natürliche Verhütung (Lektion 20) kann diese Grenze mittelfristig, beidseitig, rational sinnvoll aufgelöst werden und somit dem Wunsch des Weglassens von Kondomen oder anderer Verhütung begegnet werden.     

Gerade der Partner, der gerade „mehr“ will, sollte Geduld, Respekt und Verständnis für den Prozess, die Geschwindigkeit und die Wünsche des anderen aufbringen. Wenn man seine eigenen Wünsche nach Mehr loslässt, stellt man wahrscheinlich fest, dass bereits magische Energie zwischen einem liegt und früher als gedacht wundervolle, ungeahnte Momente entstehen – durch die Langsamkeit und das Reinspüren[1] in jegliche Form von Intimität. Lass den Genuss und das Gespür des „Langsameren“, des Partners, der „weniger“ will, deine Inspiration sein. Lass dich darauf ein und deine Vorstellungen von dem, was du meinst zu brauchen, erstmal los.

[1] Tauche ab in das, wie sich die Intimität anfühlt und lasse Erwartungen los. „Reinspüren“ bedeutet, wirklich zu fühlen, was „etwas“ mit einem macht. Mittlerweile nutze ich das Wort oft in Situation, in denen andere sagen würden: „Da muss ich mal drüber nachdenken.“  Obwohl ich lange Zeit sehr verkopft war, ist es für mich mittlerweile meist wertvoller, zu spüren, wie ich zu einem Vorschlag oder einer Situation stehe. Das hat mit „nachdenken“ wenig zu tun.

Nichts zu überstürzen und nur zu machen, worauf man selbst Lust entwickelt, heißt auch, bei sich bleiben, und wenn man merkt, dass es zu aufregend oder überfordernd wird, eine kurze Pause zu machen oder einen Schritt zurückzugehen. Im Zweifelsfall ist es immer gut, sich hinzusetzen, die Augen zu schließen, langsam sowie tief zu atmen und selbst zu beobachten, was in einem passiert. Das ist nicht nur wertvoll zur eigenen (Grenzen- und Bedürfnis-)Wahrnehmung, es dient auch dem Auskosten dieser wundervollen und aufregenden Momente. Lade deinen Partner ein, das gleiche zu tun. Ist er (/sie) zu ungeduldig oder „zu aufgeregt“ zu warten, dann darf er diesen Umstand bei sich beobachten, was auch ihm zu mehr Ruhe, Genuss und Feinfühligkeit verhelfen wird, während du vielleicht Widerstände, Ängste oder Aufregung beobachtest; oder auch einfach nur das Gefühl, dass es sich gerade genau richtig anfühlt (und vielleicht nur eine Erwartung nach mehr stört). Dem Prozess mit Achtsamkeit und Geduld zu begegnen, wird sich für euch beide lohnen! Langfristig hundertfach. Spürst du dich wieder klarer, spürst du deine Lust oder Offenheit, kannst du wieder mit mehr Sicherheit, mehr Bewusstsein, mehr Genuss und mit voller Lebenslust den nächsten Schritt tun oder mit klar kommunizierten Grenzen und (fehlenden) Erwartungen in den Genuss des letzten richtig eintauchen.

Ekel?
Das Gegenteil von Offenheit und Lust wäre Ekel. Wenn du Ekel spürst oder du ihn bei deinem Partner/deiner Partnerin siehst, dann macht eine Pause und nehmt es nicht persönlich. Das hat nichts mit eurem Aussehen zu tun! Ekel ist anerzogen. Dennoch wird es nur schaden, dieses Gefühl zu überspringen oder sich „durchzukämpfen“. Sex ist etwas Wunderschönes. Aber er wird nicht schön, in dem man ihn erträgt. Ganz im Gegenteil. Das Wissen, dass Ekel anerzogen ist, ist hilfreich. Ekel spiegelt die Traumata vergangener Generation oder Menschen wider, die für euch einflussreich waren. Dann haben euch übergriffige Erfahrungen oder auch „nur“ die Kommentare anderer geprägt. Das können Kommentare sein, wie (eure) Genitalien auszusehen haben, wie „Abweichungen“* kommentiert oder wie Genitalien allgemein bewertet wurden. (*Abweichung impliziert eine Norm, die nicht vorhanden ist. Es gibt maximal falsche Schönheitsideale.) Einmal von seinen Eltern zu hören: „Das ist eklig, versteck das.“, kann bereits immens (fehl-)prägen. Selbst der Ekel vor Fäkalien ist anerzogen. Aus hygienischen Gründen kann das nützlich sein, wobei Verstehen sinnvoller ist als Ekel. Wenn Kleinkinder in ihrer analen Phase sich nicht frei entdecken konnten, wird sich das auf ihre Persönlichkeit auswirken. Die Kommentare von Eltern und Erziehern prägen spätere genitale Scham oder Ekel vor dem eigenen Körper sowie dem anderer Menschen. Außerdem können sie Persönlichkeitsstörungen hervorrufen wie Geiz, sadistische Rachewünsche, einen übertriebenen Drang zum Nein oder Ja sagen, den Wunsch nach Spielen mit Kot oder bei Sanktion davon ein übertriebenes Sauberkeitsbedürnis.

Sind sie vorhanden, sollte solchen Fehlprägungen zuerst begegnet werden. Gehe nicht aus dem Gefühl von Ekel in Berührung. Beobachte, was du fühlst und wie dein Körper reagiert. Entspanne deine Schultern und dein Herz. Schaue dir an, wovor sich andere geekelt haben. Schaue wirklich hin. Was siehst du? Vermeide es zu vergleichen. Öffne dein Herz.  Lass Gefühle zu. Versuche zu beschreiben. Vermutlich wirst du Stück für Stück die wahre Natur von dir und deinem Partner entdecken. Diese ist faszinierende Schönheit. (Siehe auch Lektion 12 und 49 – „OMing“.)        

Lasst Lust sich zunächst ganz entfalten   
Vielleicht hattet ihr auch beide das Glück einer freieren, geborgenen kindlichen Entwicklung, könnt euch von vornherein mit Neugier sowie Interesse begegnen, findet viel schneller den Zugang zur Faszination eurer Körper und spürt den Magnetismus eurer Geschlechtsorgane. Nehmt euch trotzdem Zeit! Beginnt Körperkontakt nicht mit Penetration, sondern stattdessen mit Streicheleinheiten oder Ganzkörpermassagen, bereitet den ganzen Körper vor; insbesondere Ihren (den empfangenden). Macht Vor- übungen. Steigert euch vom gemeinsamen Atmen, über Eye-Gazing, zu Sensate Focus und OMing.

Ich würde danach zunächst oral erkunden, bevor ich mich das erste Mal durch penetrativem Sex verbinde. Auch Kleinkinder erkunden zunächst mit ihren Händen und dann mit ihrem Mund. Das hat viele Vorteile. Lasst die Penetration selbst ein Höhepunkt sein und keinesfalls den Anfang des sexuellen Kontaktes. Nehmt euch Zeit für euer Spiel der Körperlichkeit und das Entwickeln sowie Wahrnehmen von Lust. Gebt euren Körpern die Chance, sich aufeinander einzustimmen.          Und wenn es so weit ist, und die Eichel den Vaginal*eingang (*/Anal-[2]) berührt, dann pausiert zunächst einen Moment. Schaut euch in die Augen. (Die Missionarsstellung oder Er vor Ihren angewinkelten Beinen kniend, bieten sich daher an.)  Fühlt euer eigenes und gegenseitiges Pulsieren. Spürt euren Partner und dass diese:r euch will. Fragt noch einmal: „Bist du bereit?“ Dringt nach einem klaren „Ja“ ganz langsam ein, Millimeter für Millimeter, während Sie immer mit Einfachheit durch ein kleines Signal nach einer kurzen Pause oder einem Stück zurück bitten kann. Eine Hand an seiner Hüfte bietet sich dafür an, oder dass Sie direkt selbst das Eindringen durchführt, indem sie zum Beispiel auf ihm sitzt.         

[2] Vaginal/Anal: Grundsätzlich gilt das Ganze auch für den Analeingang. Ich finde das Thema Analsex anfangs jedoch nur für Schwule relevant. Die Lektion zu Analsex ist daher auch recht weit am Ende. Als homosexueller Mann solltest du jetzt dorthin springen und kannst dann die Wörter auch austauschen.      Doch auch als heterosexuelles Paar und für Lesben kann es sich lohnen nach dem Lesen des Kapitels noch einmal hier her zurückzukehren.     

OMing vor dem ersten Mal Sex 
Ich empfehle vor dem ersten Mal eine OMing Sitzung. (Siehe Lektionen 48 und 49). Oder auch mehrere. Während der Schwierigkeitsgrad davon deutlich höher ist als der, davon „einfach“ Sex zu haben, ist dessen Potential von Präsenz, Offenheit, Verbundenheit, Lust und Genuss viel größer.                         Man lernt Kommunikation sowie wertungsfreies Beobachten und Gesehen werden. Viele Menschen lernen erst in ihren 30ern, beim Sex wirklich nach ihren Wünschen zu fragen und authentisch zu teilen, was in ihnen geschieht. Einige lernen es leider nie. Nur mit Wertung gesehen zu werden, kann sich anfühlen, wie gar nicht wirklich gesehen zu werden, selbst wenn die Kommentare positiv sind.          OMing ist vielleicht mit einem erhöhten Lernaufwand verbunden, aber wer sein/ihr erstes Mal wirklich zu etwas ganz Besonderem mache möchte, der nimmt sich die Zeit dafür. Ihr könnt so den Herausforderungen, denen ihr beim Sex eh begegnen werdet, in einem Rahmen begegnen, der fürs Lernen geschaffen ist. Auch wenn OMing eine große Hürde sein kann, wird dadurch die Schwierigkeit, sexuelle Erlebnisse zu genießen, deutlich geringer. Ja, es wird dadurch einfach und natürlich.
Deutlich leichter und auch wertvoll ist „Sensate Focus“ – Lektion 28 –, sowie die 4 Tantrischen Übungen – Lektionen 43 & 44.

Vorschläge sollten keinen Druck machen
Lasst euch bitte von diesen Vorschlägen lediglich inspirieren. Praktisch gesehen wird vieles davon nur bei ersten Malen mit neuen Partnern klappen und nicht vor „dem“ ersten Mal. Ihr könnt aber auch jedes nächste Mal ein erstes Mal werden lassen. Andere Umstände sowie Übungen werden Sex in ein neues Licht rücken.                     Das einfachste und ein sehr verlässliches Rezept für gute Erfahrungen habe ich bereits im Intro gegeben:
Gegenseitiger Respekt, Respekt für sich selbst, Einfühlvermögen, Kommunikation, Achtsamkeit, Fürsorge und Geduld.
Einfühlvermögen wird Konsequenz der restlichen Punkte sowie vom gemeinsamen Atmen sein.

 

Tipps & Organisatorisches vor‘m ersten Mal Sex mit neuen Partnern

  1. Kommunikation: Worüber du dich nicht traust zu reden, das solltest du sexuell auch nicht tun. Kommunikation sollte die erste Hürde sein, die du schaffst.
  2. Führe das RBDSM Gespräch mit neuen Sexualpartnern (Lektion 9).
    Redet über eure vorhandenen Beziehungen, Grenzen, Wünsche, Infos zum STD-Status und der Bedeutung der Begegnung.
  3. Nutze Zeiten geistiger Kraft für Intimität: Habt tagsüber Sex und möglichst weder müde noch betrunken. Eure Erfahrungen werden es euch danken.
  4. Nehmt euch ausreichend Zeit: Für mindestens die nächsten zwei Stunden solltet ihr nichts vorhaben.
  5. Macht Vorübungen zur Verbindung: Übungen zum offenen Austausch, zum Spüren eurer eigenen Körper, zum Spüren & Kommunizieren eurer Grenzen; atmet gemeinsam und macht Eye-Gazing.
  6. Vielleicht steigert ihr euch über die 4 Tantrischen Übungen, zu Sensate Focus, zu Oralsex (Lektion 13 ff.) oder direkt zu OMing.
  7. Lest gemeinsam. Nehmt euch Zeit für Sinnlichkeit & die Steigerung eurer Intimität, ohne dies zu überstürzen. Macht 1-2 Übungen pro Tag. Entscheidet gemeinsam, worauf ihr Lust habt und wofür ihr offen seid.
  8. Nutzt gute Kondome. (Und gegebenenfalls Lecktücher/Frischhaltefolie)
  9. Er: Wenn du Sex möchtest, gib ihr eine Fußmassage. (Siehe Lektion 11.)

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